Die Zahl 2 fügt der absoluten Einheit der 1 eine weitere Dimension hinzu. Dadurch entstehen drei wesentliche theologische Konzepte: Das rechtsgültige Zeugnis, die göttliche Gemeinschaft, aber auch die unüberbrückbare Trennung und der Gegensatz.
Gottes Rechtssystem im Alten Testament basierte auf einem unumstößlichen Prinzip: Ein einziges Zeugnis reicht nicht aus, um Leben oder Tod zu beschließen.
„Auf die Aussage von zwei Zeugen oder drei Zeugen soll jede Sache feststehen.“ \ — 5. Mose 19,15
Dieses göttliche Prinzip durchzieht die gesamte Heilsgeschichte:
Die 2 steht für die liebevolle Verbindung und die synergetische Kraft, die entsteht, wenn Gott zwei Einheiten verbindet.
„Zwei sind besser als einer daran… Denn wenn sie fallen, so richtet der eine seinen Genossen auf; aber wehe dem Einzelnen, der fällt, ohne dass ein zweiter da ist, um ihn aufzurichten!“ \ — Prediger 4,9-10
Das erste und höchste Bild dieser Gemeinschaft ist die Ehe, in der Gott aus zwei wieder eins macht („und sie werden ein Fleisch sein“ – 1. Mose 2,24). Auch die Erlösung beruht auf der Gemeinschaft zwischen dem Bräutigam (Christus) und der Braut (der Gemeinde).
Wo eine Zweitheit entsteht, gibt es auch die Möglichkeit der Opposition. Der zweite Buchstabe des hebräischen Alphabets, *Bet* (Haus), symbolisiert etwas, das Innen und Außen hat. Am zweiten Schöpfungstag teilte Gott die Gewässer:
„Und Gott machte die Wölbung und schied die Wasser, die unterhalb der Wölbung waren, von den Wassern, die oberhalb der Wölbung waren.“ \ — 1. Mose 1,7
Auffällig: Dies ist der *einzige* Tag im Schöpfungsbericht, an dem Gott nicht sagt: „Und siehe, es war gut.“ Die Zahl 2 trägt den Keim der Trennung in sich. Sie markiert die existenziellen Gegensätze der Welt:
— Siehe auch: \