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Ort:Jerusalem und Tempel

🏰 Jerusalem und der Tempel

Jerusalem ist nicht einfach nur eine Hauptstadt unter vielen auf der Landkarte; sie ist das absolute geistliche Epizentrum der Erde. Gott hat von dieser Stadt gesagt: „In Jerusalem will ich meinen Namen setzen ewiglich“ (2. Könige 21,4). Keine andere Stadt wird in der gesamten Bibel so oft erwähnt (über 800 Mal!), ist so heiß umkämpft und spielt in der biblischen Prophetie der Endzeit eine so extrem zentrale Rolle.

1. Die theologische Ur-Geschichte Jerusalems

  • Salem: Die erste Erwähnung der Stadt finden wir bereits in Genesis 14, als Abraham dem Melchisedek, dem „König von Salem“ (König des Friedens) und „Priester Gottes, des Höchsten“ begegnet. Er bringt Brot und Wein heraus – ein gewaltiges Schattenbild auf Jesus Christus, der in Ewigkeit unser vollkommener König und Hohepriester in einer Person ist (Hebräer 7).
  • Berg Morija: Auf eben jenem Bergzug, auf dem später der gewaltige Tempel stehen sollte, musste Abraham seinen geliebten Sohn Isaak auf den Altar legen, um ihn zu opfern (1. Mose 22). Gott griff im letzten Moment ein und stellte den rettenden Widder bereit. Morija bedeutet „Der HERR wird ersehen (bzw. versorgen)“. Genau dort auf Morija versorgte Gott Jahrtausende später die Welt mit dem wahren Lamm Gottes am Kreuz!
  • Jebus / Zion: Die Stadt befand sich lange in der Hand der hartnäckigen heidnischen Jebusiter, bis König David die vermeintlich uneinnehmbare Feste Zion eroberte und sie endgültig zur „Stadt Davids“ machte (2. Samuel 5).

2. Der Erste Tempel (Salomo)

  • König Salomo baute den ersten, unvorstellbar prächtigen und mit Gold überzogenen Tempel exakt auf dem Berg Morija (auf der Tenne Araunas, des Jebusiters, 2. Samuel 24).
  • Bei der großen Einweihung fiel Feuer vom Himmel und die „Kabod“ (die schwere, majestätische Herrlichkeit Gottes) erfüllte das Haus derart, dass die Priester buchstäblich nicht mehr aufrecht stehen und ihren Dienst verrichten konnten (2. Chronik 7,1-3). Gott wohnte in unaussprechlicher Gnade mitten unter Israel.
  • Wegen des anhaltenden, gottlosen Götzendienstes verließ die Herrlichkeit Gottes den Tempel (wie Hesekiel in Kapitel 10 in einer Vision sah) und König Nebukadnezar von Babylon zerstörte das prächtige Gebäude 586 v.Chr. komplett.

3. Der Zweite Tempel (Serubbabel / Herodes)

  • Nach dem babylonischen Exil bauten Serubbabel und Esra unter großen Widerständen einen bescheideneren, zweiten Tempel auf, der Jahrhunderte später von König Herodes dem Großen gewaltig ausgebaut und verschönert wurde.
  • Dies war der prächtige Tempel zur Zeit Jesu! Jesus nannte ihn eifersüchtig „das Haus meines Vaters“, reinigte ihn zweimal mit einer Geißel von den profitgierigen Geldwechslern und lehrte fast täglich in seinen Vorhöfen.
  • Der zerrissene Vorhang: Als Jesus am Kreuz rief „Es ist vollbracht“ und starb, riss der faustdicke, schwere Vorhang im Tempel, der das Allerheiligste abtrennte, von ganz oben bis unten wundersam entzwei (Matthäus 27,51). Der Weg in die direkte Gegenwart des heiligen Gottes war nun nicht mehr dem Hohenpriester vorbehalten, sondern für alle Gläubigen frei zugänglich gemacht – durch das vergossene Blut Jesu Christi (Hebräer 10,19-20)!
  • Im Jahr 70 n.Chr. wurde auch dieser Tempel, exakt wie von Jesus prophezeit („nicht ein Stein wird auf dem anderen bleiben“, Matthäus 24,2), durch die römischen Legionen unter General Titus völlig dem Erdboden gleichgemacht.

4. Die vollkommene Typologie des Tempels

Der Tempel (und zuvor die Stiftshütte) ist in all seinen Maßen, Geräten und feinsten Materialien ein absolut detailliertes Bilderbuch auf Jesus Christus und Sein Erlösungswerk:

  • Der eherne Brandopferaltar: Das Kreuz von Golgatha, an dem Blut fließen muss, um Sünde zu sühnen. Ohne Blutvergießen gibt es absolut keine Vergebung der Sünden.
  • Das Waschbecken: Das Wasserbett des Wortes Gottes, das den Gläubigen im Alltag wäscht und heiligt.
  • Das Heiligtum: Der goldene Leuchter (Christus, das ewige Licht der Welt), der Schaubrottisch (Christus, das wahre Brot des Lebens) und der goldene Räucheraltar (die beständige, ewige Fürbitte Christi und die aufsteigenden Gebete der Heiligen).
  • Das Allerheiligste und die Bundeslade: Der absolute, feurige Thron der Gnade. Bedeckt durch das sühnende, gesprengte Blut. Jesus Christus selbst ist unsere vollkommene Sühnestätte (Römer 3,25).

5. Die prophetische Zukunft: Der Dritte Tempel und das Neue Jerusalem

  • Der Dritte Tempel (Endzeit): Die Endzeitprophetie (Daniel 9, Offenbarung 11, 2. Thessalonicher 2) verlangt zwingend, dass in Jerusalem kurz vor der Wiederkunft Christi ein weiterer, dritter Tempel stehen wird, in dem sich der Antichrist selbst erheben und als Gott anbeten lassen wird.
  • Der Millenniale Tempel: Im Tausendjährigen Reich wird ein glorreicher, riesiger Tempel in Jerusalem stehen (ausführlich beschrieben in Hesekiel 40-48), von dem ein Strom lebendigen Wassers ausgehen wird, und Jesus wird buchstäblich von Jerusalem aus mit eisernem Zepter über die ganze Erde regieren.
  • Das himmlische / Neue Jerusalem: Nach dem großen Endgericht wird das himmlische Jerusalem von Gott aus dem Himmel auf die neue Erde herabkommen. Es wird keinen physischen Tempel mehr geben, „denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm!“ (Offenbarung 21,22). Das ist die vollkommene Ewigkeit in absoluter, ungetrübter Herrlichkeit im Angesicht unseres Heilands!

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